Earth Music

Die Erde als Ursprung und Ziel des Lebens in der Musik des 15. bis 17. Jahrhunderts

 

Allein die Erde, das vierte in der Reihe der Elemente des Empedokles, wird in keinem der Systeme seiner Vorgänger als Arché, als Ursprung postuliert, sondern als eine Art verdichteter Aggregatzustand von Feuer, Luft oder Wasser betrachtet. In der antiken Mythologie dagegen ist Gaîa, die „Mutter Erde“, das erste geformte Prinzip, das sich dem Chaos entwindet und die Urahnen von Unsterblichen und Sterblichen aus sich gebiert. Als Trägerin des hohen Olymp ist sie Sitz der Götter; sie spendet im Vegetationszyklus Nahrung und Leben für Mensch und Tier und nimmt diese nach der Vollendung ihres Lebens wieder in sich auf.

Im Alten Testament ist die Erde das Resultat des ersten Schöpfungsaktes. Deshalb ist die Erde, wie der Psalmist verkündet, des Herrn; er ist zu preisen. Wie jedoch Gaîa der Befruchtung durch Úranos, den Himmel, bedarf, so müssen sich die Elemente mischen, muß die Erde Wasser trinken, um Frucht zu bringen. Ähnlich wie die Früchte auf der Oberfläche der Erde wachsen die Metalle in ihren Tiefen und werden dem Bergbau zugänglich.

Capella de la Torre lotet im Programm EARTH Music unterschiedliche musikalische Aspekte zum Thema ERDE aus. Eine besondere Verbindung zu diesem Programm stellen im Neuen Museum aus der Erde wieder ans Licht geförderte Kunstwerke wie der Berliner Goldhut oder das Seddiner Königsgrab her, über die Dr. Berhard Heeb anschaulich berichten wird.

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Dr. Bernhard Heeb (Berlin), wissenschaftliche Erläuterungen 

Besetzung Capella de la Torre:
Margaret Hunter, Sopran
Birgit Bahr, Altpommer
Yosuke Kurihara, Posaune
Annette Hils, Dulzian und Flöte
Martina Fiedler, Orgel
Frank Pschichholz, Laute
Mike Turnbull, Percussion
Katharina Bäuml, Schalmei und Leitung

Der Berliner Goldhut

Der Berliner Goldhut ist ein bronzezeitliches Kunstwerk aus dünnem Goldblech. Es diente als äußere Schmuckverkleidung einer langschäftigen Kopfbedeckung mit Krempe, die vermutlich aus organischem Material bestand und das außenliegende, dünne Goldblech mechanisch stabilisierte.  Man schätzt den Zeitpunkt seiner Herstellung auf die ausgehende Bronzezeit, ca. 1000 bis 800 v. Christus.

Abbildung:
Berliner Goldhut, um 1000 v.Chr. (Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte, Foto: Claudia Plamp)

 

 

 

Das Seddiner Königsgrab

Das Grab wurde 1899 ausgegraben, nachdem Arbeiter das bis dahin ungeöffnete Grabkammer aus Findlingen entdeckt hatten. Das Inventar gelangte ans Märkische Museum und wird heute vom Museum für Vor- und Frühgeschichte treuhänderisch verwaltet und seit 2019 in der Dauerausstellung im Neuen Museum in der 3. Ebene einem internationalen Publikum präsentiert.

Abbildungen:
Grabungssituation in der Grabkammer, 1899 (Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin, Depositum Stiftung Stadtmuseum Berlin, Altbestand Märkisches Museum, MM-D 1726)
Inventar der Bestattung im Seddiner Königsgrab (Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin, Depositum Stiftung Stadtmuseum Berlin, Altbestand Märkisches Museum, Foto: Claudia Klein)